Unabhängigkeit ist wichtig – Niehle ist MOTORIST des Jahres

In Eisenberg, einer Stadt in der Nähe von Jena in Thüringen, ist der Motorist Niehle Motorgeräte zu Hause. Das Unternehmen fußt auf zwei Geschäftsbereichen, und zwar Motorgeräte sowie Metallbau und Kunstschmiede. Gegründet wurde die Kombination 1990 von Gerhard Niehle (Maschinenbaumeister), der die beiden Bereiche aber heute in die Verantwortung der Söhne Lars (40) und Mirko (33) gelegt hat. Mirko hat mit den Motorgeräten in diesem Jahr beim Unternehmerpreis für Motoristen den 1. Platz belegt.

Beide Söhne wollten eigentlich Zimmermann werden. Der Vater hatte also einiges zu tun, bis er beide davon überzeugen konnte, die beiden Geschäftsbereiche zu übernehmen. Mirko ist gelernter Landmaschinenmechaniker, Lars ist Metallbaumeister und Kunstschmied.

Zu den Zeiten vor der Wende gründet der Vater erst einmal einen Wasch- und Pflegedienst für PKW. Das hat aber wie so vieles damals keine Zukunft. Über sein Hobby, dem Schrauben an Traktoren, kommt er in Kontakt mit der Firma Erhard Motorgeräte. Erste Geräte werden dort eingekauft und schnell wieder weiterverkauft. Und das Geschäft beginnt sich zu lohnen und zu einer stabilen Basis zu entwickeln. Als typischer Garagenbetrieb fängt alles an.
Erst später stellt sich Niehle sen. bei den Lieferanten vor und bezieht seine Ware ab dann direkt. Erste Marken sind Solo, Jonsered und Shindaiwa. Bereits damals wird streng darauf geachtet, sich so wenig wie möglich abhängig von Lieferanten zu machen. Und das ist bis heute so geblieben.

Exklusivität bevorzugt
Heute hat sich das Markenportefolio stark gewandelt. Mirko Niehle achtet auf Exklusivität in den Marken und in den Verkaufsgebieten. Echo ist heute ein starker Partner bei Motorgeräten, ebenso wie Stiga und Toro, seit neuestem ist auch Honda dabei.
Im zweiten Standbein der Motorgeräte, im Kommunalbereich, sind die Marken Kubota und Nilfisk/Egholm exklusiv, ebenso wie Pellenc oder der Bereich Wildkrautbekämpfung. Die Suche nach weiteren Nischen ist jedenfalls die grundsätzliche Geschäftspolitik des jungen Unternehmers.
Gerade ein halbes Jahr ist es her, dass Mirko von Kubota eine besondere Auszeichnung erhalten hat. Als einer der sieben erfolgreichsten Händler durfte er mit nach Japan fliegen. Eine Urkunde, datiert vom 30.10.2015 dokumentiert die „Excellent Partnership Kubota“.
Und noch einen Grund führt der Motorist an, warum er so konsequent auf Nischen setzt. Im Umkreis von 15 km um seinen Betrieb herum gibt es 17 Kollegen, die sich mit Motorgeräten befassen, aber alle operieren mit einem zweiten Standbein. Insofern ist Niehle Motorgeräte schon ein Spezialist, der aber nicht vergleichbar und abhängig werden möchte.

Eigene Strategie
Mirko Niehle möchte seinen Kunden eine Auswahl von hochwertigen Geräten bieten, die nicht an jeder Ecke zu haben sind, aber die Probleme der Kunden lösen und seinem Unternehmen einen möglichst hohen Deckungsbeitrag im Verkauf bringen. „Rabatte tun das nicht, und es gibt einfach zu viele große Marken, die sich heute nur noch über Nachlässe verkaufen lassen, die wiederum zu Lasten des Motoristen gehen,“ sagt der junge Unternehmer.
Deswegen ist man auch ganz bewusst nicht der billigste Fachhändler in der Region. Wofür Niehle Motorgeräte aber bekannt sind, sind beste Beratung sowie eine überdurchschnittliche Werkstattleistung. Durch direkte Kundenansprache, den möglichst perfekten Service und eine spürbare Mund-zu-Mund-Propaganda wächst der Betrieb spürbar und kontinuierlich.
Die Kundenstruktur setzt sich aus 60 bis 65 % Privat- und 40 bis 35 % Gewerbekunden zusammen. Seitdem im letzten Jahr ein eigener Außendienst die Gewerbekunden separat betreut, steigt dieser Anteil überproportional.
Die Mitarbeiterstruktur ist die eines typischen deutschen Motoristenbetriebes – einschließlich der Anzahl der Mitarbeiter, die sich auf 6,5 beläuft. Womit Niehle Motorgeräte eher zu den kleinen Betrieben der Branche zählt. Mirko ist der Chef, seine Mutter erledigt die anfallenden Büroarbeiten. Ein Meister organisiert das Tagesgeschäft im Betrieb. Dabei unterstützen ihn zwei Werkstatttmitarbeiter, sowie eine Halbtageskraft als Fahrdienst. Mit dem Außendienstmitarbeiter ist das Team komplett.

Perfekte Lage
Der im Jahre 2013 neu erworbene Standort liegt verkehrsgünstig direkt an einer Bundesstraße, in der Nähe einer Autobahnabfahrt und direkt vor dem Ortseingangsschild von Eisenberg. Auch das andere Gewerbe drum herum ist ideal für einen Motoristenbetrieb. Zudem erleichtern zwei Einfahrten das An- und Abfahren.
Eisenberg ist eher dem ländlichen Raum zuzurechnen. Aber Jena und Weimar sind bestens über die Autobahn zu erreichen und deren Kaufkraft ist deutlich höher. Durch die großen Verkaufsgebiete – vor allem von Kubota – hat sich Niehle Motorgeräte in der kurzen Zeit einen Ruf erworben, der weit über das normale Einzugsgebiet eines Motoristen hinausgeht. Für Mirko Niehle wird sich genau aus dieser Konstellation das zukünftige Wachstum seines Betriebes speisen.
Vor zwei Jahren bekamen Niehles das Angebot zum Kauf dieser Immobilie, die früher ein Nissan-Autohaus beherbergte. Dafür bieten die Räumlichkeiten nun alles, was ein Motorist sich wünschen kann. Einen großen und hohen achteckigen Verkaufsraum, einen repräsentativen Thekenbereich mit dahinterliegenden Büro- und Besprechungsräumen und über eine innenliegende Holztreppe Zugang zu einem ganzen Schulungstrakt. Auch die Aufteilung der anderen Räume ist ideal. Hinter dem Verkaufsraum sind Lagerräume und diverse Werkstatträume zu finden, die von Anfang an Hebebühnen enthielten. Auch ein Waschraum mit Ölabscheider gehört zum Inventar. Dazu kommt noch größere Gebäude- und Stellflächen, die sukzessive einbezogen werden sollen.

Werbung
Von 1990 an veranstaltet Niehle Motorgeräte traditionell am zweiten Aprilwochenende eine Hausmesse. Sie hat jedes Jahr mindestens eine Besonderheit zu bieten. „Für unsere Hausmesse sind wir in der Region so bekannt, dass wir immer ausgebucht sind. Die Erlöse der Veranstaltungen gehen an eine Kinderkrebsstation in der Nähe. Über die Jahre hat sich daraus eine sehr freundschaftliche Beziehung entwickelt.
Die Hausmesse dient zur Pflege bestehender Kundenkontakte, aber natürlich mehr noch der Aktivierung neuer Kunden.
Bei der klassischen Zeitungswerbung arbeitet man mit drei regionalen Zeitungen zusammen. Das muss sein, weil deren Einzugsgebiete erst zusammen das des Motoristen abdecken. Darüber hinaus erfolgt eine eigene Kundenpflege über die Adressen der kaufenden Kunden, die systematisch erfasst werden. Das erfolgt mit dem COS-E-Mail-Programm.
Die Kunden erhalten so jeden Monat eine spezielle Mail mit Angeboten. Am erfolgreichsten sind die Mailaktionen zur Winterinspektion. Sehr viele Anfragen generiert auch die von gartentechnik.com gestaltete Homepage des Motoristen.
Insgesamt soll der elektronische Bereich – einschließlich seiner Werbemöglichkeiten – zukünftig noch besser genutzt werden.
Niehle Motorgeräte ist Mitglied in der Ilafa.

Unternehmerpreis
Und warum hat sich Mirko Niehle am Unternehmerpreis für Motoristen beworben? „Ich möchte immer etwas lernen, und natürlich wissen, wo ich im Wettbewerb mit meinen Kollegen stehe. Und dafür ist der Unternehmerpreis genau die richtige Plattform. Dass wir dann noch gleich bei der ersten Teilnahme gewinnen können, ist natürlich umso schöner und macht uns stolz!“, sagt er.
Der eingeschlagene Weg des jungen Unternehmers ist jedenfalls erfolgreich. Er geht seinen eigenen Weg und will selbst bestimmen, welche Marken und Produkte er führt. Damit ist er sicher ein Vorbild für andere Motoristen, die ähnlich denken und sich Unabhängigkeit wünschen. Die Realität ist für viele Kollegen eine andere. In Zeiten der fortschreitenden Konzentration wird die Unabhängigkeit des Handels immer mehr eingeschränkt.

Von | 2017-05-23T22:47:35+00:00 März 23rd, 2016|Service|Kommentare deaktiviert für Unabhängigkeit ist wichtig – Niehle ist MOTORIST des Jahres

Über den Autor:

Niehle GmbH

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